Öffentliche Stellungnahme von Tsepo Andreas Bollwinkel

Öffentliche Stellungsnahme zu finden auf der neu erstellten FB-Seite zur HINT-T 2019

Am Samstag, 2. November, war ich eingeladen, auf der Hanse inter nichtbinär trans Tagung (HINT) einen Vortrag mit dem Titel „Doppelte Marginalisierung: Trans* und Rassismus“ zu halten. Die Einladung erfolgte durch mir zumindest oberflächlich bekannte Personen. Weitere Personen aus dem Umkreis der Orga sind mir enger bekannt. Deshalb habe keinen Grund zu Misstrauen gesehen und gerne zugesagt.

Ich habe den Vortrag selber in relativ angemessenem Rahmen und vertretbarer Atmosphäre halten können. Allerdings habe ich sowohl bei meiner Ankunft als auch nach dem Vortrag in den Vorräumen der Tagung eine so starke Spannung gespürt, dass die Tagung sofort nach dem Vortrag wieder verlassen habe.

Inzwischen sind mir die Gründe für diese Spannung bekannt: Ausgerechnet zu einer Veranstaltung, die ausdrücklich auch die Interessen von inter Menschen abbilden wollte, wurde eine Ärztin eingeladen, die selber menschenrechtswidrige Genitaloperationen an nicht einwilligungsfähigen inter Personen, also an Kindern, vollzieht. Über diese Einladung sowie über den Umgang mit Kritiken daran bin ich mehr als empört.

Und ich bin zutiefst beschämt, dass ich nicht sorgfältig genug im Vorfeld die Veranstaltung überprüft habe. Ich hätte diese HINT in keinster Weise unterstützen dürfen sondern vielmehr bereits bei Bekanntwerden des Programms öffentlich Kritiken äußern müssen. Das ist ein massiver professioneller Fehler. Ich kann jetzt nur alle durch die Tagung verletzten Personen und Gruppen, insbesondere alle inter Menschen, um Vergebung bitten.

Ich werde selbstverständlich kein Honorar durch die HINT annehmen. Stattdessen werde ich die entsprechende Summe einer inter Selbstorganisation spenden.

Weiter habe ich nach der Tagung erfahren, dass ich mit einem Preis hätte geehrt werden sollen. Allein, dass ich dieses erst nach der HINT gehört habe, sagt vieles über die ganz offenbar mangelhafte Vorbereitung aus. Und ich habe den sehr starken Eindruck, dass diese Preisvergabe mich als Token missbrauchten wollte. Das verletzt und empört mich.

Ich habe große Achtung vor Menschen, die ehrenamtlich Veranstaltungen des Community Buildings und Empowerments auf die Beine stellen. Ich weiß sehr gut, wie viel Arbeit und Mühen das kostet. Aber auch von Ehrenamtlichen, ganz besonders von Mitgliedern der angesprochenen Communities, erwarte ich Sorgfalt, intersektionales Denken und Solidarität, eine menschenrechtsangemessene Haltung und die Fähigkeit, konstruktiv mit Kritiken, gerade mit Kritiken aus den eigenen Communties, umzugehen.

So, wie es bei der HINT gelaufen ist, geht das nicht. Ich bin enttäuscht von der Orga – und ebenso von mir selber, dass ich dabei war. Das zumindest wird nicht wieder vorkommen.


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